Im Sommer benötigen Zuckerrüben eine gesunde Mischung von Sonnenschein und Regen.
In der Zuckerrübe wird der Zucker gespeichert und teilweise für wichtige Stoffwechselprozesse verbraucht und sogar während der Lagerung, sei es bei der Zuckerfabrik oder in einer Zuckerrübenmiete am Feldrand, wird noch Zucker abgebaut.
Nach ca. 180 Tagen Wuchszeit wiegen die Zuckerrüben durchschnittlich 7 – 800 Gramm, wobei pro Hektar etwa 80.000 wachsen.
Im September beginnt in Nordeuropa die Zuckerrübenernte. Die Zuckerrüben weisen i.d.R. einen durchschnittlichen Zuckergehalt von 17% auf. Regional können natürlich auch Zuckerwerte von 20% oder auch von unter 14/15% auftreten. Einer der wesentlichen Faktoren ist die Witterung von der Aussaat bis zur Ernte auch sogar noch während der Lagerung der geernteten Zuckerrüben.
Nach der Ernte werden die Zuckerrüben entweder direkt zu der Zuckerfabrik geliefert oder mit Vollerntemaschinen in Mieten am Feldrand gelagert. Dort müssen sie, abhängig von der Witterung (Frost!) geschützt werden, um spätere Nachteile bei der Verarbeitung möglichst zu verhindern. Später werden sie dann über besonders konzipierte Reinigungsgeräte auf die LKWs geladen.
Anlieferung:
Die Zuckerrüben werden mit LKWs ( Seiten- oder Rückwärtskipper ) zur Zuckerfabrik transportiert und dort entweder trocken oder nass entladen. Bei der trockenen Entladung werden sie mechanisch auf dem Förderband gereinigt, während sie bei der nassen Entladung mit einem sehr starken Wasserstrahl geschwemmt werden. Hierbei werden sie bereits vorgereinigt.
Angesichts der relative geringen Zahl an Zuckerfabriken und der gewaltigen Anzahl an Fahrzeugen, die während der Ernte bzw. Verarbeitungszeit (Kampagne) angenommen werden, dauert inzwischen der Umlauf eines LKWs vom Eintreffen, Musternahme der Zuckerüben und Entladung nur noch wenige
Minuten. Um eine reibungslose Kampagne zu gewährleisten werden inzwischen von den jeweiligen
Zuckergruppen ausgefeilte Anlieferpläne, die sämtliche Rübenbauern erfassen, erstellt.
Reinigung und Schneidemaschine
Während der Entladung auf Förderbänder oder direkt im Anschluss daran, werden die Zuckerrüben gründlich mit Wasser gereinigt und der eigentlichen Verarbeitung zugeführt. Nach der Reinigung werden die Zuckerrüben zerkleinert.
Saftreinigung und Rohsaft
Die kleinen Schnitzel werden mit heißem Wasser in Extraktionstürmen erhitzt, denn bei etwa 70 Grad löst sich der Zucker aus den Zuckerrübenzellen. Es entsteht der Rohsaft. Er enthält Zucker, aber auch noch diverse organische und anorganische Stoffe der Zuckerrübe. Es sind diese Stoffe, die eine spätere Kristallisation behindern und deshalb im weiteren Verarbeitungsprozess abgesondert werden müssen.
Die anfallenden Nebenprodukte werden wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt: Die gepressten Rübenschnitzel werden als Viehfutter verwendet. Der bei der Saftgewinnung entstehende Carbokalk ist ein ausgezeichneter Dünger.
Dünnsaft
Der Rohsaft wird mittels Trennung der Zucker- von den Nichtzuckerstoffen geeinigt. Bei diesem Prozess werden Kalk und Kohlensäure, beides natürliche Stoffe, eingesetzt. Sie binden bis zu 30 – 35% der Nichtzuckerstoffe, so dass schließlich ein klarer Saft mit etwa 16% Zucker zurückbleibt. Dieser wird Dünnsaft genannt.
Dicksaft
Der entstandene Dünnsaft wird in mehreren Schritten durch Verdampfung eingedickt. Nach der Eindickung bleibt ein Saft übrig, der etwa 65 - 67% Zucker enthält und Dicksaft genannt wird.
Kristallisation
Um Zuckerkristalle zu gewinnen muss der Dicksaft gekocht werden, bis sich goldfarbige Kristalle bilden. Dem Dicksaft wird also bei reduziertem Druck zusätzliches Wasser entzogen bis eine bestimmte Konzentration an Zucker im Saft erreicht ist.
Als Vorbereitung der späteren Kristallisation werden diesem Saft kleine Zuckerkristalle (man nennt sie Impfkristalle ) zugegeben. Wird jetzt noch mehr Wasser entzogen wachsen diese Kristalle bis sie die geplante Größe erreicht haben.
Diese sogenannte „Kochmasse“ besteht nunmehr aus etwa 50% Zucker und 50% Sirup.
Zentrifugieren und Zucker
Der verbleibende Saft, die Kochmasse, wird nunmehr in Kristallisationsmaischen gefüllt und dort heruntergekühlt. Die Zuckerkristalle nehmen an Umfang zu. Schließlich wird diese Masse in Zentrifugen geleitet, wo die Zuckerkristalle mit bis zu 1.400 Umdrehungen/Minute vom Sirup getrennt werden. Das Zentrifugieren wird mehrmals wiederholt bis
weißer Kristallzucker entsteht.
Zucker
Der Zucker wird anschließend getrocknet und auf eine lagerfähige Temperatur heruntergekühlt und in Zuckersilos eingelagert.
Melasse
Der Sirup der letzten Kristallisation wird als Melasse bezeichnet. Obwohl sie immer noch etwa 50% Zucker beinhaltet, kann ihr mit den bekannten Methoden der Kristallisation kein weiterer Zucker entzogen werden.