Melasse in der Fermentations- und anderen Industrien
Sowohl Zuckerrüben- also auch Zuckerrohrmelasse wird gerne als Rohstoff von der Fermentationsindustrie eingesetzt. Hierbei kommt zumeist die Originalmelasse zum Einsatz. Generell gesprochen handelt es sich bei industrieller Rübenmelasse, um Ware, die zwischen 47 und etwa 50% Gesamtzucker aufweist. Originalrohrmelasse hat Zuckergehalte , die um etwa 47/50% liegen, aber auch bis zu 55/58% steigen können.
Die Qualität der Melassen ist abhängig von diversen Faktoren wie
- Anbaugebiet/Ursprung
- Art des verwendeten Zuckerrübensaatgutes bzw. Zuckerrohres
- Witterungsbedingungen während der Wachstumsperiode
- Verwendung von Düngemitteln
- Witterungsbedingungen während der Ernte
- Zeitpunkt der Ernte
- Art der Ernte
- Modernität der verarbeitenden Zuckerfabrik
Die verschiedenen industriellen Verbraucher setzen Melasse aufgrund des hohen natürlichen Energiegehaltes ein, der sich aus den spezifischen chemischen und physikalischen Eigenarten ergibt.
Selbstverständlich spielt auch der Preis eine wesentliche Rolle. Bis zu Beginn des 21. Jahrhunderts war Melasse ein „Billigmacher“. Mit Verteuerung der Energiepreise wie Öl fand eine Ausweitung der globalen Produktion von Äthanol statt, so dass zum ersten mal für viele traditionelle Zuckerrohrmelasseexportländer eine Alternative zum
Export gegeben ist.
Vorteilhaft ist, dass Melasse ein eher unproblematisches Produkt ist, welches über lange Zeiträume gelagert werden kann, wobei i.d.R. kaum Qualitätseinbussen verzeichnet werden. Ebenso vergleichsweise gering sind die Investitionskosten in Lagermöglichkeiten wie Tanks, da keine herausragende Technik benötigt wird.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ablaufprodukte theoretisch als Vinasse im Futtermittelmarkt untergebracht werden können – eine Entsorgung über städtische Anlagen schlägt dagegen als hoher Kostenfaktor zu Buche.
Melasse steht immer zur Verfügung und erst die steigende Äthanolproduktion hat zu Engpässen geführt – nimmt man die sporadischen wetterbedingten Missernten einmal aus.
Wie bereits erwähnt fungiert Melasse im Fermentationsbetrieb als Energiequelle mittels der in ihr enthaltenen Kohlehydrate. Melasse wird als Rohstoff eingesetzt, um Hefekulturen zu züchten oder Bakterien wachse zu lassen, die dann wiederum letztlich zur Herstellung von beispielsweise Zitronensäure, Monosodium Glutamat (ein Geschmacksverstärker ) führen.







