Der Handel mit Melasse
In “guten“ Zeiten wurden weltweit weit über 7 Millionen Tonnen Melase gehandelt. Hiervon betrug der Handel mit Rübenmelasse etwa 10/15%. Hinzukamen weitere Mengen, die innerhalb der verschiedenen Regionen wie z.B. Europa über die grünen Grenzen gehandelt worden sind. Außerdem wird natürlich in allen Ländern, die Zucker produzieren auf die eine oder andere Art und Weise lokal Melasse gehandelt, da sich in fast jedem dieser Länder auch heimische Abnehmer für Melasse, sei es die Futtermittel- oder Fermentationsindustrie, angesiedelt haben.
Melasse ist zwar kein börsennotiertes Produkt, und insofern gibt es keinen Einfluss von marktfremden Funds, unterliegt aber trotzdem erheblichen Preisschwankungen, die sich teilweise innerhalb kürzester Zeit einstellen können.
Einfluss auf die Preise haben neben Angebot und Nachfrage auch andere Faktoren wie der Getreidepreis, der Ölpreis etc. Insbesondere die verstärkte Äthanolproduktion in vielen traditionellen Melasseexportländern hat zu einer veränderten „Melasselandschaft“ geführt, da sich eine alternative Absatzmöglichkeit ergeben hat, die das handelbare Volumen an Melasse extrem reduzieren kann.
Ebenso wird die erzwungene Änderung der europäischen Zuckermarktordnung, die innerhalb der kommenden Jahre umgesetzt werden muss, auf den Melassehandel und die Verfügbarkeit von Melasse in Europa auswirken. Warenströme werden sch ändern und für einige traditionellen Verbraucher wird nicht mehr ausreichend Melasse zur Verfügung stehen. Andererseits wird es regional wieder Überschüsse geben, weil sich u.U. große Konsumenten aufgrund einer ungünstigen Preisgestellung vollkommen von Melasse abwenden.
Preisvorhersagen sind insofern deutlich schwerer zu erstellen, als noch bis zum Jahre 2003/04, denn die Produktion von Äthanol ist eng gekoppelt an politische Entscheidungen ( Subventionen/ Steuernachlässe u.s.w. ), sodass die Melasseproduktion nicht nur indirekt von der Zuckerpolitik der einzelnen Länder abhängig ist, sondern inzwischen auch das mögliche Exportvolumen betroffen ist.
Im folgenden eine Aufstellung der traditionellen Import- und Exportländer von Melasse, wobei die alten Regeln, d.h. wer exportiert und wer importiert, im Zuge des Kyoto-Abkommens und der damit verbundenen veränderten globalen Energiepolitik zu ständigen Veränderungen führen und einige Länder in diesem Moment evt. die Exporte bereits eingestellt haben oder sogar importieren.
Einen dominierenden Einfluss haben auf der Exportseite Pakistan und Thailand für Zuckerrohrmelasse und Polen, sowie die Ukraine für Zuckerrübenmelasse.
Auf der einen Seite haben wir die klassischen Exportländer, die vermutlich auch in Zukunft an der Versorgung des Weltmarktes beteiligt sein werden – wobei es in dieser Gruppe diverse Länder gibt, deren erklärtes Ziel es ist lokal Äthanol zu produzieren, was die Exporte reduzieren oder sogar komplett zum Erliegen kommen lassen würde.








